Geomorphologie – Lehre von den OberflĂ€chenformen der Erde

Was ist Geomorphologie?

Die Geomorphologie ist die Lehre von den OberflÀchenformen der Erde und ihrer Entstehung. Der Begriff leitet sich ab aus dem Griechischen: Ge = Erde, morphe = Gestalt, logos = Lehre.

Neben der systematischen Beschreibung und Ordnung der einzelnen OberflĂ€chenformen, den unterschiedlichen Formentypen, den charakteristischen Formengesellschaften und ihrer rĂ€umlichen Verbreitung sind die Entwicklung der Landformen im Raum und in der Zeit und die Prozesse, die dazu gefĂŒhrt haben, ebenso Forschungsgegenstand der Geomorphologie, wie die Prozesse, die heute beobachtbar sind (Baumhauer et al. 2017, S. 9).

ForschungsgegenstÀnde der Geomorphologie

Die Geomorphologie untersucht:

  1. OberflĂ€chenformen – Beschreibung und Klassifikation von Landformen
  2. Prozesse – Mechanismen der Landformung (aktuell und historisch)
  3. Materialien – Gesteine und Sedimente
  4. Zeitliche Entwicklung – Landschaftsgenese ĂŒber geologische ZeitrĂ€ume
  5. RĂ€umliche Verbreitung – Regionale Muster von Landformen
  6. Mensch-Umwelt-Interaktionen – Anthropogene Geomorphologie

Aktuelle Forschungsthemen:

Teilgebiete der Geomorphologie

Man differenziert den geomorphologischen Formenschatz nach endogenen und exogenen Prozessen. Dabei ist zu beachten, dass keine Form rein endogen oder rein exogen ist. Vielmehr handelt es sich immer um ein gemeinsames Wirken.

Endogene Prozesse

Als endogene Prozesse werden tektonische KrĂ€fte aus dem Erdinneren bezeichnet. Sie wirken meist höhenaufbauend, also relieferhöhend, und sind verantwortlich fĂŒr die Höhenunterschiede der Erdkruste.

Endogene Prozesse umfassen:

  1. Epirogenese – GroßrĂ€umige Hebungen und Senkungen von Krustenteilen
  2. Orogenese – Gebirgsbildung durch Plattenkollision
  3. Kontinentaldrift – Öffnung und Schließung von Ozeanen
  4. Erdbeben – Seismische AktivitĂ€t an Plattengrenzen
  5. Vulkanismus – Magmatische AktivitĂ€t (Plutonismus und Vulkanismus)

Beispiele:

Aktuelle Forschung:

Exogene Prozesse

Exogene Prozesse werden maßgeblich von den klimatischen Bedingungen gesteuert und finden an der ErdoberflĂ€che statt. Sie schaffen die Detailformen des Reliefs (Skulpturformen), dessen weites Spektrum an Einzelformen von den unterschiedlichen Gesteinen bedingt wird. Exogene Prozesse wirken meist höhenerniedrigend, abtragend und reliefvermindernd.

Hauptprozessgruppen:

Formungssysteme (nach Klimazonen):

Formungsprozesse im Detail

1. Verwitterung

Verwitterung ist die in-situ-Zerstörung von Gestein an der ErdoberflÀche.

Physikalische Verwitterung:

Chemische Verwitterung:

Biologische Verwitterung:

Verwitterungsgeschwindigkeit: AbhÀngig von Klima (Temperatur, Feuchtigkeit), Gestein, Relief

2. Gravitative Massenbewegungen

Gravitative Massenbewegungen werden bei ausreichend steilen ReliefverhĂ€ltnissen und lockerem, fließ- oder rutschfĂ€higen Material allein durch die Schwerkraft ausgelöst.

Klassifikation nach Geschwindigkeit und Mechanismus:

Sturzprozesse (sehr schnell):

Rutschungen (mittel bis schnell):

Fließungen (langsam bis mittel):

Kriechbewegungen (sehr langsam):

Auslösende Faktoren:

Aktuelle Forschung:

3. Fluviale Formung

Die fluviale Formung umfasst alle Prozesse, die unmittelbar oder mittelbar auf die Arbeit des fließenden Wassers zurĂŒckzufĂŒhren sind.

Erosionsprozesse:

Transportprozesse:

Akkumulationsformen:

Talformen:

Aktuelle Forschung:

4. Glaziale Formung

Im Gegensatz zur fluvialen Formung ist bei der glazialen Formung fließendes Gletschereis die wesentliche morphodynamische Kraft.

Glaziale Erosionsformen:

Kleinformen:

Großformen:

Glaziale Akkumulationsformen:

Glaziale Serie (nach Penck): Typische Abfolge von Formen am Gletscherrand:

  1. GrundmorÀne (Geschiebemergel)
  2. EndmorÀne (Stauchwall)
  3. Sander (Schmelzwasserebene)
  4. Urstromtal

Glazifluviale Formen:

Aktuelle Forschung:

5. Periglaziale Prozesse

Periglaziale Prozesse sind an die Wechselwirkung von Wasser und (Boden-)Eis sowie an die Schwerkraft gebunden.

Permafrost:

Periglaziale Prozesse:

Kryoturbation (Frostdynamik):

Solifluktion:

Periglaziale Formen:

Klimawandel-Relevanz:

Aktuelle Forschung:

6. Äolische Formung

Äolische Formung bezeichnet die Arbeit des Windes.

Voraussetzungen:

Prozesse:

Deflation (Auswehung):

Korrasion (Windschliff):

Akkumulation:

7. Litorale Formung

Der litorale Formenschatz umfasst die VorgĂ€nge der Abtragung und Akkumulation an KĂŒsten, die mit den Wellenbewegungen und Strömungen des Meeres zusammenhĂ€ngen.

KĂŒstentypen:

Nach Genese:

Nach Form:

Prozesse:

Aktuelle Relevanz:

Aktuelle Forschung:

8. Karstformung

Bei der Karstformung handelt es sich um gesteinsabhÀngige chemisch-physikalische Lösungsprozesse, welche sowohl an der ErdoberflÀche als auch im Gesteinsuntergrund stattfinden können.

Voraussetzungen:

Lösungsprozess:

CaCO₃ + H₂O + CO₂ ⇄ CaÂČâș + 2HCO₃⁻
(Kalk + Wasser + Kohlendioxid ⇄ Calcium + Hydrogencarbonat)

OberflÀchenformen:

Kleinformen:

Großformen:

Sonderformen:

Höhlenformen:

Aktuelle Forschung:

Geomorphologische Zonen Deutschlands

Deutschland lĂ€sst sich in fĂŒnf geomorphologische GroßrĂ€ume gliedern:

Zone I: Nord- und OstseekĂŒste und Norddeutsches Tiefland

Zone II: Mittelgebirgsschwelle

Zone III: SĂŒddeutsches Stufenland mit Randgebirgen

Zone IV: Alpenvorland

Zone V: Alpen

Geomorphologie im AnthropozÀn

Anthropogene Geomorphologie:

Quantifizierung:

Aktuelle Forschung:

Didaktische Ressourcen

Unterrichtsmaterialien:

Datenportale:

Visualisierungen:

Literatur

Standardwerke:

Aktuelle Forschung:

Zeitschriften:


WeiterfĂŒhrende Themen: